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02.03.2023
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Das fehlende StĂŒck: Die Abwanderung von Unternehmen trifft das industrielle Herz
Guten Morgen Detlef Karl Klein,

Wissenschaftler und VorstĂ€nde von Aktiengesellschaften pflegen in Deutschland traditionsgemĂ€ĂŸ einen gemĂ€ĂŸigten Ton. Sie tragen gedeckte Farben. Sie schlagen nicht gerne an die große Alarmglocke. Ruhiger und sachlicher Umgang miteinander, ĂŒber die Grenzen von Theorie und Praxis, von Politik und Unternehmen hinweg, gehört zur Kultur dieses Landes. Dies ist einer der GrĂŒnde, warum Deutschland so stark ist. Zur kollektiven Erfahrung in Wirtschaft und Wissenschaft gehört, dass Schweigen oft besser ist als öffentliches Reden und dass man Kritik meist effizienter hinter verschlossenen TĂŒren anbringen kann als auf dem Marktplatz.

Dies sind die Regeln. Doch von diesen Regeln gibt es Ausnahmen. Hin und wieder, vielleicht einmal pro Dekade, treten besondere UmstĂ€nde ein, in denen alle sachlich vorgetragenen Hinweise in kleiner Runde nichts bringen und tief sitzende Frustration sich breitmacht. In denen LoyalitĂ€t zum Land und Verantwortung fĂŒr die Volkswirtschaft so stark in Konflikt zu Verfehlungen der Politik geraten, dass gar nichts anderes ĂŒbrig bleibt, als seine Stimme laut und hörbar zu erheben.

Einen solchen Punkt haben wir jetzt erreicht – und zwar in der Energiepolitik. Vergleichbar ist die gegenwĂ€rtige Lage nur mit der Phase von Massenarbeitslosigkeit und weit verbreiteter Hoffnungslosigkeit vor der AnkĂŒndigung der Agenda 2010 durch Gerhard Schröder im Jahr 2003.

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Energisch argumentiert: Gerhard Schröder wirbt fĂŒr die Agenda 2010 auf einem Bundesparteitag der SPD © Bernd Thissen/dpa

Die Parallelen zu damals sind offenkundig:

  • Damals legte Deutschland sich lahm durch einen ĂŒbermĂ€ĂŸig erstarrten Arbeitsmarkt. No fire, no hire. KreativitĂ€t und Unternehmertum erstickten in verkrusteten Vorschriften.

  • Heute fĂŒhrt die schlecht geplante und mangelhaft durchgefĂŒhrte Energiepolitik zur Deindustrialisierung des Landes. Der Energiepreis ist nicht einfach nur ein Preis unter vielen. Er ist der Preis aller Preise. Jede Form wirtschaftlicher Wertschöpfung bedingt immer die Transformation von Vorprodukten in Endprodukte. Diese Transformation verbraucht Energie. Steigt der Preis von Energie ĂŒber ein Maß hinaus, das ĂŒber die Absatzpreise an Kunden weitergegeben werden kann, dann wird diese Transformation schlichtweg eingestellt. Die wirtschaftliche TĂ€tigkeit erstirbt. Energiepreise wirken oft noch stĂ€rker als Zinsen auf den wirtschaftlichen Output. Kein anderer Faktor kann Deindustrialisierung so schnell erzwingen wie der Energiepreis.

 
 
Im Land der niedrigen Gaspreise
Monatliche Preise fĂŒr Erdgas in den Vereinigten Staaten und Europa von Januar 2014 bis Dezember 2022, in nominellen US-Dollar pro Million britischer thermischer Einheiten
 Im Land der niedrigen Gaspreise
 
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Manche LĂ€nder, wie die USA oder Großbritannien, haben ihre eigene Deindustrialisierung vor Jahrzehnten mutwillig beschlossen und bereuen dies inzwischen. Die Vereinigten Staaten unter PrĂ€sident Joe Biden machen diesen Fehler nun wett durch ein machtvolles Programm der Reindustrialisierung.

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Amerika mit Industrie: PrĂ€sident Joe Biden holt die Produktion zurĂŒck in die Vereinigten Staaten © dpa/Jacquelyn Martin

Deutschland hat zum GlĂŒck nie vorsĂ€tzlich vereinbart, seine Industrie aus dem Land zu vertreiben. Doch nun geschieht genau dies als Begleitschaden einer chaotischen Energiepolitik. FahrlĂ€ssig ohne Vorsatz, dafĂŒr aber mit grober FahrlĂ€ssigkeit – das ist fast noch schlimmer. Grobe FahrlĂ€ssigkeit beruht auf Ignoranz, Pflichtvergessenheit und Unkenntnis. Sie zu erkennen und zu heilen, bedarf der Selbstreflexion und Einsicht. Davon ist Deutschland weit entfernt.

Dies ist der Grund, warum fĂŒhrende Köpfe aus Wissenschaft und Wirtschaft ihre Stimme erheben. Sie fordern eine Umkehr. In der heutigen Ausgabe unseres Tech Briefing Podcasts kommt Matthias Zachert zu Wort, Vorstandsvorsitzender des börsennotierten Spezialchemie-Unternehmens Lanxess mit Sitz in Köln. Zachert und sein Team haben ihr Unternehmen zu einem international erfolgreichen Powerhouse aufgebaut, doch sie fĂŒhlen sich ihrer Heimat Nordrhein-Westfalen eng verbunden. Aus genau diesem Grund erhebt Matthias Zachert deutlich seine Stimme.

 
Hungrig nach Gas
Anteil der verschiedenen EnergietrÀger am gesamten Energieverbrauch der Chemie- und Pharmaindustrie, in Prozent
Gierig nach Gas
 
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EindrĂŒcklich warnt er:

  Wir stehen im internationalen Wettbewerb mit unseren Produkten. International herrschen andere Energiepreise vor. Unsere WettbewerbsfĂ€higkeit wird massiv beeintrĂ€chtigt. “

Was daraus folgt, steht ihm klar vor Augen:

  In der Konsequenz wird in Deutschland weniger produziert werden. Die Produktion wandert ins Ausland ab. Es droht eine Deindustrialisierung. “

Und er fĂŒgt hinzu:

  Dies kann eine Kettenreaktion auslösen, die dann die gesamte Wirtschaft beeintrĂ€chtigen wird. “

Ein Weckruf, den jeder hören sollte, der in der Politik Verantwortung trĂ€gt. Warum? Weil Zachert zum ersten Mal in der Geschichte seines Unternehmens von der traditionellen Linie abrĂŒckt, Erweiterungsinvestitionen bevorzugt an den heimischen Standorten vorzunehmen. Damit ist es jetzt vorbei. Lanxess kann es sich wegen der Energiepreise nicht mehr leisten, sein Engagement in Deutschland zu verstĂ€rken.

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Himmel hilf! Lanxess-CEO Matthias Zachert spricht deutliche Warnungen aus © IMAGO / GĂŒnther Ortmann

Das Unternehmen verabschiedet sich – wenn die Politik nichts Ă€ndern – auf Raten ins Ausland, vor allem in die USA. Das ist nicht nur keine leere Drohung; sondern ĂŒberhaupt keine Drohung. Es ist schlicht und einfach die Schlussfolgerung aus Excel-Tabellen. Produktion in Deutschland rechnet sich auf diesem Preisniveau nicht mehr. Was sich nicht rechnet, wandert ab. Diese simple Wahrheit bleibt vielen Politikern verschlossen, was aber nichts daran Ă€ndert, dass Arbeitnehmer und Gesellschaft die Kosten und Folgen der Abwanderung kollektiv zu tragen haben.

 
Attraktive Alternativen zum Heimatstandort Deutschland
Quartalsbericht von Lanxess im 3. Quartal 2022, in Milliarden Euro
Lieblingsmarkt USA
 
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Eine solche Abwanderung erfolgt selten schlagartig. Sie vollzieht sich in langsamem Tempo. Wer das nicht versteht, erleidet das Schicksal des sprichwörtlichen Froschs im langsam heißer werdenden Wassertopf. Erst gibt es keine Erweiterungsinvestitionen mehr, dann wird irgendwann die Wartung zurĂŒckgefahren, dann veralten die Anlagen, dann steht eines Tages eine Industriebrache dort, wo frĂŒher Menschen arbeiteten.

Linde verlĂ€sst den Dax und ist an die Wall Street verloren. Lanxess kĂŒndigt Deutschland seine Treue auf. Viele andere Beispiele belegen den Trend. Konzernlenkern wie Wolfgang Reitzle und Matthias Zachert ist es hoch anzurechnen, dass sie nicht im Verborgeneren handeln, sondern aktiv und öffentlich warnen, bevor sie ihre unweigerlichen Schlussfolgerungen ziehen. Aufgabe von Politik und Gesellschaft ist es, diese Warnungen ernst zu nehmen, sie nicht in den Wind zu schlagen und den Trend entschlossen aufzuhalten.

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Chemieproduktion bei BASF in Ludwigshafen: Großer Hunger nach Energie © BASF

Einer Studie der Deutschen Bank zufolge schrumpft die Produktion wegen der steigenden Energiepreise in Deutschland 2022 um 2,5 Prozent und im Jahr 2023 um fĂŒnf Prozent. Mit der Produktion schrumpft auch der Wohlstand.

Erschreckend sind schon die nackten Zahlen: Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet mit etwa 80 Euro pro Megawattstunde Erdgas. Teilweise muss man am Gasspot-Markt sogar mit 90 Euro kalkulieren. Der Gaspreis lag im Januar 2023 um die 66 Euro je Megawattstunde am niederlĂ€ndischen Großhandelsplatz TTF. Im November wurden durchschnittlich 94 Euro pro MWh Gas fĂ€llig. Im Oktober lag der Börsen-Gaspreis noch bei durchschnittlich 82 Euro pro MWh. Auf dem Höhepunkt der bisherigen Preis-AufwĂ€rtsspirale Ende August 2022 betrug der Großhandelspreis fĂŒr eine MWh an der niederlĂ€ndischen TTF-Börse 346 Euro.

Unter solchen UmstĂ€nden wird energieintensive Produktion in Deutschland zum Spiel fĂŒr Hasardeure. Diesem Menschenschlag aber dĂŒrfen verantwortungsbewusste FĂŒhrungspersönlichkeiten nicht angehören.

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Einer muss die Stimme erheben: Ökonom Hans Werner Sinn © IMAGO / VIADATA

Und die Wissenschaft? Selbst ein besonnener Wissenschaftler wie Hans-Werner Sinn, ehemaliger PrĂ€sident des Ifo-Instituts, weiß sich keinen anderen Rat mehr, als mit dem ganz dicken Schlegel machtvoll an die Alarmglocke zu schlagen. Wie jĂŒngst in der Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung:

  Deutschland ist dabei, durch seine extremistische Klimapolitik die eigene Industrie zu ruinieren. “

Und er fĂŒgt hinzu:

  Damit setzen wir ein Negativbeispiel fĂŒr die ganze Welt. “

Kern seines Arguments: Jeder Liter Öl und Kubikmeter Gas, den wir in Deutschland einsparen, steht dem Weltmarkt weiter zur VerfĂŒgung, wird von anderen LĂ€ndern eingekauft und dort verarbeitet oder verbrannt. Dies geschieht sogar zu sinkenden Preisen, da alle deutschen Einsparmaßnahmen nachfragemindernd und damit preissenkend wirken. Es wird genauso viel fossile Energie verbraucht wie ohne Deutschlands Anstrengungen, doch die Kohlendioxid-Emissionen steigen, weil die billig kaufenden LĂ€nder weniger Umweltschutz betreiben als Deutschland.

Nur einen einzigen Ausweg gibt es aus dieser Malaise, argumentiert Sinn:

  Nur eine weltweit koordinierte EinschrĂ€nkung der Öl- und Gasnachfrage kann zu einem geringeren Kohlendioxid-Ausstoß fĂŒhren. “

Aufgabe der Regierung sei es deswegen nicht, Deutschlands Industrie per Energiepreis abzuwĂŒrgen, sondern gemeinsam mit anderen Industriestaaten, allen voran den G7-LĂ€ndern und China, die Verringerung der Weltfördermengen auszuhandeln.

  Wie Europa trotzdem einen unilateralen Totalausstieg fordert, desavouiert die gesamte grĂŒne Bewegung. “

Es ist an der Zeit, Stimmen wie Matthias Zachert und Hans-Werner Sinn Gehör zu schenken. Uns bleiben nicht mehr viele Gelegenheiten, die Deindustrialisierung aufzuhalten. So abstrakt dies klingen mag, so konkret ist die Gefahr: Wir verspielen unsere Lebensgrundlage durch eigenes Unvermögen.

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Lanxess-Chef: „Deutschland droht die Deindustrialisierung”
Die hohen Energiepreise machen Deutschland unrentabel. Lanxess-CEO Matthias Zachert im Interview.
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Hören Sie das Interview mit Matthias Zachert sowie viele Zahlen, Fakten und EinschÀtzungen zu den Auswirkungen der Energiekrise heute in unserem Podcast.

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Tech Briefing Kapiteltrenner 2023 Kommentar

1. Das Silicon Valley entlĂ€sst seine Leute. Ungewollter Nebeneffekt: Wegen ablaufender Visa mĂŒssen sie die USA schlagartig verlassen

20230302 TB BC Silicon Valley Exit
Sie halten zusammen, doch wie geht es weiter? © 150sec

Die Tech-Entlassungen im Silicon Valley lĂ€uten kaum den wirtschaftlichen Ruin der BigTechs in Kalifornien ein – wir haben im Tech Briefing berichtet –, doch fĂŒr jede und jeden Betroffenen ist der Verlust des Arbeitsplatzes nichtsdestoweniger dramatisch. Besonders fĂŒr jene Arbeitnehmenden, deren US-Visa an einen festen Arbeitsplatz gebunden sind. Die meisten Arbeitsvisa laufen nach nur 60 Tagen aus. Entweder die Person findet bis dahin einen Job oder sie muss das Land verlassen.

Die Situation entwickelt sich zu einer Krise fĂŒr Familien im Silicon Valley und darĂŒber hinaus. Besonders betroffen sind laut Angaben der US-Regierung indische StaatsbĂŒrger, die 2021 etwa 75 Prozent der Visa fĂŒr „hochqualifizierte Berufe“ innehatten. Doch den grĂ¶ĂŸten Verlust fahren die USA selbst ein. Noch verfĂŒgen sie ĂŒber einen wertvollen Talentepool, doch wenn es die US-Regierung nicht schafft, die Visa-Regelungen anzupassen, droht ein Braindrain wichtiger Tech-SpitzenkrĂ€fte aus dem Silicon Valley. Denn die derzeitige Regelung hilft weder Arbeitnehmenden noch Arbeitgebenden und setzt die Innovationskraft und WettbewerbsfĂ€higkeit der USA aufs Spiel.

2. Meilenstein fĂŒr Quantencomputer: Google vermeldet Durchbruch bei der Fehlerkorrektur, dĂ€mpft aber Hoffnungen auf schnellen Einsatz

20230302 TB BC Sundar Pichai und Quantencomputer
Google-CEO Sundar Pichai neben dem Google Quantum Computer Supremac © Google

Quantencomputer versprechen die schnelle Lösung von mathematischen Aufgaben, fĂŒr die selbst die schnellsten Supercomputer Jahrtausende benötigen wĂŒrden. Nur leider sind die Berechnungen der Quantenrechner sehr fehleranfĂ€llig. Je leistungsfĂ€higer die Quantencomputer werden, desto ungenauer erweisen sich ihre Lösungen. Google ist es nun gelungen, die Fehlerquote um vier Prozent zu senken, wie der Konzern im Magazin „Nature“ bekannt gab. Zum ersten Mal fĂŒhrt die Erhöhung der Leistung des Quantencomputers nicht zu einer grĂ¶ĂŸeren Fehlerquote.

Damit rĂŒckt die praktische Nutzung von Quantencomputern ein StĂŒck nĂ€her. Laut einer Studie der BCG liegt das Marktpotenzial fĂŒr Quantencomputer bis 2040 bereits bei 135 Milliarden US-Dollar. Google-CEO Sundar Pichai steckte in den vergangenen Wochen viel Kritik fĂŒr die mangelnde Innovationskraft von Google bei der Entwicklung von Sprachmodellen auf Basis von KĂŒnstlicher Intelligenz ein. Nun darf auch er einen technischen Durchbruch verkĂŒnden. Wird am Ende noch Microsoft mit ChatGPT zum neuen Suchmaschinen-Star und Google zum Hardware-Anbieter fĂŒr die schnellsten Computer der Welt?

3. Wo bleibt Mark Zuckerberg bei den Chatbots? Nun kĂŒndigt auch Meta seine Wundermaschine an und verspricht einige Besonderheiten

Meta-CEO Mark Zucker will auch auf der KI-Welle mitschwimmen: Er prÀsentiert sein eigenes Sprachmodell
© picture alliance / Marcio Jose Sanchez/AP/dpa | Marcio Jose Sanchez

Der Erfolg des OpenAI Chatbots ChatGPT animierte nach Google nun auch Meta, seine Forschungen zu KĂŒnstlicher Intelligenz zu veröffentlichen. Nach Jahren der internen Entwicklung teilt der Facebook-Mutterkonzern das Sprachmodell LLaMA (Large Language Model Meta AI). FĂŒr das Training der KĂŒnstlichen Intelligenz verwendet Meta öffentlich verfĂŒgbare DatensĂ€tze, damit die Arbeit „kompatibel mit Open Source und reproduzierbar“ sei.

Der Sprachwissenschaftler und Facebook KI-Forscher Guillaume Lample veröffentlichte am 24. Februar eine Studie, in der LLaMA in vielen Benchmarks besser als die Modelle GPT-3 von OpenAI und PaLM von Google abschneiden. Welche KI sich durchsetzen und sich als die leistungsfÀhigste beweisen wird, bleibt abzuwarten.

4. ErnĂŒchternde Erfahrungen eines RĂŒckkehrers: Cyriac Roeding beschreibt, wie rĂŒckstĂ€ndig Deutschland sich von außen anfĂŒhlt

20230302 TB BC Cyriac Roeding
Cyriac Roeding zurĂŒck in Deutschland © Earli

Ein Anschlussflug der Lufthansa wird wegen Personalmangel gestrichen, das GepĂ€ck ist nicht mehr auffindbar. Die Buchungssoftware fĂŒr Bahntickets bricht zusammen, der ICE hat 44 Minuten VerspĂ€tung. So wird Cyriac Roeding, Investor und Unternehmer, wieder zurĂŒck in Deutschland begrĂŒĂŸt. Mit seiner Familie lebt er inzwischen im Silicon Valley und gelegentlich vermisst er seine Heimat – Menschen, Kultur, Natur. Und gleichzeitig macht er sich Sorgen, denn der offensichtliche Mangel an funktionierender Infrastruktur scheint niemanden groß zu kĂŒmmern. Alles eine Frage der Gewöhnung. Dabei könnte Deutschland so viel mehr.

In einem Essay fĂŒr das Handelsblatt zeichnet Roeding ein Bild von Deutschland 2038. Quantencomputer, Fusionsreaktoren, synthetische Medikamente – entwickelt und produziert in Deutschland – sind Standard. DafĂŒr fordert Roeding mehr Risikokultur und AnpackermentalitĂ€t. Deutschland muss zu einem Talentmagnet werden und die Politik an einem Strang ziehen. Endlich investieren, anstatt nur zu reagieren. Dann verliert Deutschland auch nicht den Anschluss.

Ein lesenswerter Text fĂŒr jeden, der Furcht hat, sich an das FĂŒrchterliche zu gewöhnen. Denn auch diese Beobachtung hat Roeding angestellt: Viel zu viele Deutsche nehmen das Ärgerliche duldsam hin, weil sie sich schon viel zu lange daran gewöhnt haben. Doch mit dieser Langmut Ă€ndert sich nichts. Wir mĂŒssen uns Tag um Tag aufs Neue empören – nur dann steigen Adrenalin und Betriebstemperatur auf ein Niveau, das VerĂ€nderung ermöglicht. Hier gibt es den Kommentar zum Nachlesen.

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Abschied von Werner Baumann: Der Bayer-Chef ĂŒbergibt einen Rekordgewinn und Rechtsstreitigkeiten an seinen Nachfolger

Am Dienstag prĂ€sentierte Werner Baumann ein letztes Mal die Bayer-Bilanz. Anfang Juni ĂŒbernimmt der Amerikaner Bill Anderson den Konzern aus Leverkusen. Baumann verabschiedet sich mit einem Rekordgewinn von 13,5 Milliarden Euro fĂŒr das Jahr 2022. Vor allem Monsanto erweist sich als Gelddruckmaschine. Mehr dazu lesen Sie hier. Baumann hat Bayer profitabler gemacht – auch, wenn Bayer weiterhin vor Gericht gegen eine Glyphosat-Klagewelle in den USA kĂ€mpft. Im Tech Briefing haben wir uns intensiv mit Bayer und Monsanto beschĂ€ftigt. Hier zum Nachlesen und Nachhören.

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Können wir ohne Glyphosat die Welt ernÀhren?
Das Herbizid von Monsanto steht in Kritik, doch ist Bayer mit dem Kauf auf eine Goldgrube gestoßen?
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Tech Briefing Kapiteltrenner 2023 News Monitor

Sono Motors scheitert mit seinem Solar-Auto: Das MĂŒnchener Start-up Sono warb vergeblich um 100 Millionen Euro fĂŒr den Bau einer Vorserie des E-Autos Sion. Das Projekt wird nun eingestellt. 300 Mitarbeitende mĂŒssen gehen.

Mercedes kooperiert mit Google: Der Autobauer aus Stuttgart integriert kĂŒnftig Google Maps unter eigenem Design in seine Fahrzeuge. Das teilte Mercedes vergangene Woche im Rahmen eines Updates zu seiner Softwarestrategie in Kalifornien mit. Mehr dazu lesen Sie hier.

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Tech Briefing Kapiteltrenner 2023 - Kurzschluss

Bussi, Bussi – Knutschen ĂŒbers Internet: Ein Tech-Gadget fĂŒr Liebende in Fernbeziehungen gibt es nun in China

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Ein Kuss aus der Ferne © Screenshot China in Picture

Fernbeziehungen bringen Liebende auf allerlei ausgefallene Ideen, um ihren Liebsten nĂ€her zu sein. Doch der Luft-Kuss oder gar das Kuss-Emoji sind Schnee von gestern. In China sind nun beweglich Lippen aus Silikon erhĂ€ltlich, die mithilfe von Drucksensoren, Temperaturanpassung und Smartphone-App KĂŒsse nachahmen. Per Video-App lĂ€sst sich so eine Kopie des eigenen Kusses senden. ZusĂ€tzlich hat die App eine Dating-Funktion. Bei einem Match darf man den anderen um einen Kuss bitten. Fazit: verstörend.

Damit verabschieden wir uns von Ihnen.

Herzliche GrĂŒĂŸe

Unterschrift Christoph Keese
Christoph Keese
Tech Briefing Host
Unterschrift Lena Waltle
Lena Waltle
Redaktionsleitung Tech Briefing
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