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14.12.2023
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Cyberkriminelle in geheimer Mission © DALL-E / The Pioneer / Julian Sander
Guten Morgen Detlef Karl Klein,

im Jahr 1834 verschaffte sich eine Gruppe gewiefter Krimineller Zugang zum französischen Telegraphensystem. Die Gauner erbeuteten klammheimlich Informationen über den französischen Finanzmarkt. Es war – technisch gesehen – der erste Hack der Geschichte und somit auch die Geburtsstunde der Cyberkriminalität.

Es sollte dann allerdings noch über 150 Jahre dauern, bis sich diese neue Art des Verbrechens durchsetzte. In den frühen 1980er Jahren wurde mit Ian Murphy zum ersten Mal eine Person wegen Cyberkriminalität verurteilt. Dabei bereicherte sich Murphy – auch bekannt als Captain Zap – nicht einmal selbst. Er hackte sich in die Systeme des Telekom-Unternehmens AT&T und verstellte die Uhren der Computer, die die Telefongebühren berechneten. Schnäppchenjägern, die bis Mitternacht auf einen günstigen Tarif für ein Ferngespräch warteten, wurden dadurch höhere Tarife berechnet. In den düsteren Zeiten vor Flatrates bekam so manche Plaudertasche eine saftige Rechnung präsentiert. Verglichen mit dem, was Hacker heutzutage an Schaden anrichten, war dies eine milde, bubenhafte Gangster-Schmonzette. Heute gehen die Schäden weit über diese Kleinbeträge hinaus.

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1834: der erste Hack der Geschichte an einem französischen Telegrafensystem © IMAGO / agefotostock

Geblieben ist es aber dabei, dass es bei Cyberangriffen vor allem ums Geld geht. Vladimir Levin war 1995 der erste bekannte Hacker, der im Cyberspace eine Bank ausraubte. Er hackte sich in die Citibank und überwies mehr als zehn Millionen Dollar auf verschiedene Bankkonten. Seitdem entwickelte sich Cyberkriminalität zu einem lukrativen und vor allem höchst professionell organisierten Geschäftsmodell des professionellen Verbrechens. Jeden Tag entwenden Langfinger der Cybersphäre Daten, verschlüsseln Netzwerke, spionieren Organisationen aus und erpressen Unternehmen.

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Leiterin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, Claudia Plattner © IMAGO / IPON

In der vergangenen Dekade nahm die Zahl der Cyberangriffe explosionsartig zu. Das zeigt auch der aktuelle Lagebericht des Bundesamts fĂĽr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Claudia Plattner, Leiterin des Bundesamts, resĂĽmiert im Interview:

  Die Bedrohungslage ist besorgniserregend. “

Die Zahlen der vergangenen 12 Monate sind in der Tat ernĂĽchternd:

  • Jeden Tag wurden durchschnittlich eine Viertelmillion neue Varianten von Schadsoftware in deutschen Netzwerken gefunden.

  • Mehr als 2.000 Schwachstellen in Software-Produkten wurden im Durchschnitt jeden Monat bekannt.

  • 66 Prozent aller Spam-Mails stammten von Cyberattacken.

  • Rund 21.000 infizierte Systeme wurden täglich im Berichtszeitraum erkannt.

  • 775 E-Mails mit Schadprogrammen wurden jeden Tag alleine in deutschen Regierungsnetzen abgefangen.

Laut einer aktuellen Bitcom-Studie waren in diesem Jahr in Deutschland 72 Prozent der befragten Unternehmen von einem Cyberangriff betroffen. Dabei wählen Cyberkriminelle den einfachsten Weg und suchen sich leichte Opfer: kleine Unternehmen, Behörden der Landes- und Kommunalverwaltungen sowie Universitäten, Schulen und auch Privatpersonen.

So griffen Hacker Ende Oktober etwa 70 Kommunen in Nordrhein-Westfalen an und legten Verwaltung wie auch Rathäuser weitgehend lahm. Das größte Problem sind laut BSI-Chefin Claudia Plattner die Legacy-Systeme: marode Computerprogramme, die seit Jahrzehnten nicht aktualisiert wurden und dank mangelnder Sicherheitsvorkehrungen leicht zu hacken sind.

206 Milliarden Euro kosteten Hackerangriffe alleine in diesem Jahr deutsche Unternehmen. Das geht ebenfalls aus der Bitkom-Studie hervor. Diese immense Summe entspricht fast der Hälfte des deutschen Bundeshaushalts 2023. Die Summe ist vergleichbar mit der kumulierten Schadenssumme, die Unwetter in Deutschland seit den 1970er Jahren verursacht haben.

 
Was kostet die Cyberkriminalität in Deutschland?
Schadenssummen im Zusammenhang mit Cyberkriminalität in Deutschland, 2023
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Laut dem Lagebericht des BSI geht die Hauptbedrohung weiterhin von Ransomware-Attacken aus. Angreifer verschlüsseln die Daten eines Unternehmens und fordern dann ein Lösegeld (Englisch: Ransom). Das verlangte Lösegeld reicht von ein paar tausend Euro bis zu 50 Millionen Euro, sagt Sergej Epp, Chief Security Officer bei Palo Alto Networks – einem der weltweit führenden Anbieter für Cyber-Sicherheitslösungen. Er rät Betroffenen stark davon ab, das Lösegeld zu zahlen:

  Es ist niemals empfehlenswert, zu zahlen. “

Sehr viele Unternehmen zahlen dennoch, nicht zuletzt um ihren Ruf zu schĂĽtzen. Niklas Hellemann, CEO und GrĂĽnder des Cyberspezialisten SoSafe sagt:

  Etwa 40 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen sind bereit, Lösegeld zu zahlen, aber absolut belastbare Daten gibt es nicht. Es ist nicht meldepflichtig. “

Die Angriffsziele fielen regional unterschiedlich aus, in Europa und Nordamerika standen Regierungseinrichtungen im Fokus. In SĂĽdost- und Zentralasien beispielsweise wurden vor allem Telekommunikationsanbieter angegriffen. Auch in der Ukraine fielen nach einem Hackerangriff am Dienstag landesweit Telefon- und Internetverbindungen des Anbieters Kyivstar aus.

Die Banden agieren professionell, fast schon wie moderne Software-Firmen. Die Hackergruppe Vice Society veröffentlicht auf ihrer Website sogar FAQs für Journalisten:

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Eine Seite „für Journalisten” der Hackergruppe Vice Society. Vice Society hat vor allem Ransomware-Angriffe auf Gesundheits- und Bildungseinrichtungen ausgeübt. © Ransomware and Extortion Report 2023 Palo Alto Networks

Als aktivste Randsomeware-Gruppe galt bis zu ihrer Auflösung die Hacker-Gruppe Conti. Die Conti-Bande beschäftigte sogar eine eigene HR- und Marketing-Abteilung, kürte Mitarbeiter des Monats und vergab Boni an die Belegschaft. Innerhalb von drei Jahren setzte Conti fast 2,8 Milliarden in verschiedenen Kryptowährungen um. Das Produkt: Randsomware-as-a-Service. Computer-Viren zum Mieten.

Conti erschloss damit ein neues Geschäftsmodell: Kriminelle brauchen kaum noch technisches Know-how, um einen Cyberangriff durchzuführen. Schon für wenige Hundert Euro kann Schadsoftware einfach gemietet werden. Sergej Epp sagte im Interview:

  Cybercrime hat schon längst alle bekannten organisierten Verbrechen wie Drogenhandel in den Schatten gestellt. “

Aktuell führt die Lockbit-Gruppe die Liste der erfolgreichsten Hacker an. Sie griffen in den vergangenen Jahren Boeing, SpaceX und den Auto-Zulieferer Continental an. Würde man Cyberkriminalität als Land messen, wäre sie nach den USA und China die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt:

 
Die neue Wirtschaftsmacht
Prognostizierte Schadenskosten durch Cyberkriminalität für 2024, in US-Dollar
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Den größten digitalen Banküberfall der jüngeren Geschichte führte die Carbanak-Bande aus. Die Hacker-Gruppe erbeutete zwischen 2014 und 2019 fast 1,3 Milliarden Euro von mehr als 100 Banken. Über Phishing-Mails verschafften sich die Hacker Zugriff auf die Computer der Bankangestellten, sie leiteten Überweisungen um und zahlen Bargeld an Bankomaten aus, an denen ein Komplize die Scheine einsammelte.

Die Drahtzieher der Bande wurden in Spanien gefasst – eine Seltenheit, erklärt Sergej Epp. Denn meist verstecken sich Cyberkriminelle in Ländern, in denen westliche Behörden keinen Zugriff auf sie haben und wo die Kriminellen auch nichts zu befürchten hätten, wenn sie entdeckt werden würden. Plattner bestätigt:

  Es gibt eine unheilige Allianz zwischen staatlichen Akteuren und Cyberkriminellen. “

Staatlich ausgebildete Hacker, die von offiziellen Stellen beauftragt und bezahlt werden, werden auch als APT-Gruppen (Advanced Persistent Threat) bezeichnet. Doch auch nicht-staatliche Cyber-Gruppen liefern an autoritäre Staaten Informationen – im Austausch für Straffreiheit. Diese Kooperation zwischen Hackern und Staaten erschwert es, Cyberkriminelle zur Verantwortung zu ziehen, wenn sie staatliche Unterstützung, Schutz und Ressourcen erhalten. Die Cyberattacken auf deutsche Unternehmen kommen vor allem aus Russland und China:

 
Die Basis der Cyberangriffe: Russland und China
Länder, aus denen in 2022 Cyberangriffe vorgenommen wurden, in Prozent und Vergleich zu 2021 in Prozentpunkten
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So organisiert die Hacker-Banden sind, so willkürlich fallen ihre Angriffe oft aus. Die Angreifer wissen in einigen Fällen nicht einmal so genau, wen sie eigentlich mit ihrer Schadsoftware infizieren.

Der erste Todesfall aufgrund einer Cyberattacke ereignete sich in einem deutschen Krankenhaus. An der Uniklinik Düsseldorf konnte eine Patientin nicht in der Notaufnahme versorgt werden, da diese nach einem Cyberangriff geschlossen war. Tatsächlich zogen die Hacker ihren Angriff wieder zurück, als sie merkten, dass sie die Uniklinik lahmgelegt hatten – ihr Ziel war eigentlich die Universität Düsseldorf. Die Organisationen werfen ihre Angel aus, warten, wer anbeißt, und passen dann ihre Lösegeldforderungen an.

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Cyberattacken: Steigende Lebensgefahr © IMAGO / Imaginechina-Tuchong

Den einzigen Schutz vor Cyberattacken bietet die konsequente Vorbereitung auf den Ernstfall. FĂĽr Deutschland fordert Claudia Plattner:

  Wir mĂĽssen uns als eine Nation verstehen, die sichere Digitalisierung und Cybersicherheit beherrscht. Eine Nation, die die Bedrohungen versteht und sich effektiv schĂĽtzen kann. “

Aktuell kommt noch eine weitere Herausforderung dazu: Künstliche Intelligenz. KI verbessert die Qualität von Phishing-Mails. Die Nachrichten klingen authentischer, selbst menschliche Sprache lässt sich mit der KI generieren und immer besser imitieren.

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Phishing-Nachrichten: Fake oder echt? © Screenshot privat

Cyber-Experten sprechen von Spear-Phishing. Die Opfer werden über Wochen gezielt ausspioniert und die Angreifer erstellen maßgeschneiderte, personenbezogene Phishing-Angriffe. Bisher war diese Form der Cyberangriffe sehr aufwändig. Niklas Hellemann:

  Die Skalierung von Spear-Phishing ist durch KI mit ganz wenig Geld und ganz wenig Aufwand möglich. “

Claudia Plattner warnt im Tech Briefing vor der Kettenreaktion, die ein Cyberangriff in Deutschland anrichten kann, wenn die Resilienz der Netzwerke und der Cloud nicht erhöht werden. Sie fordert Unternehmen und Behörden dazu auf, für den Ernstfall zu üben. Neue Systeme, Firewall, Cybersicherheits-Trainings für Mitarbeitende – das alles kostet Geld. Doch Claudia Plattner warnt:

  Versuchen wir es mal ohne. Das ist noch teurer. Da sind unternehmerische Existenzen gefährdet. “

Ein Hack kann die Geschäftsprozesse eines Unternehmens, die Aktivitäten einer Behörde und im schlimmsten Fall sogar einen ganzen Wirtschaftssektor lahmlegen. Autonom-fahrende Autos und vernetzte Fabriken sind kein Science Fiction mehr. Doch je mehr automatisiert und digitalisiert wird, desto größer wird die Angriffsfläche für Cyberangriffe. Sicherheit bieten nur moderne, resiliente Systeme, so Plattner. Damit Deutschland einen Wettbewerbs- und Standortvorteil durch sichere Systeme schaffen kann, empfiehlt Hellemann:

  15 Prozent der Digitalisierungs- und Softwarebudgets mĂĽssten in Cybersicherheit gesteckt werden. “

Außerdem wird Cybersicherheit nicht in Deutschland alleine gesichert. Plattner spricht sich für eine europäische Strategie aus. Dabei können sich aktuell nicht einmal die Länder innerhalb Deutschlands auf eine gemeinsame Vorgehensweise einigen. Beim Treffen der Innenminister in Berlin vergangene Woche trafen zwei Lager aufeinander: Die einen wollen eine zentrale Stelle des BSI, die sich um Cybersicherheit kümmert, die anderen fürchten einen Kompetenzverlust der Länder. Nur machen Cyberkriminelle mit ihrer Schadsoftware weder vor Staatsgrenzen noch vor Ländergrenzen halt.

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Cybersecurity: Die Achillesferse der Digitalisierung
Würde man Cyberkriminalität als Land messen, wäre sie die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt.
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Tech Briefing Kapiteltrenner 2023 Kommentar

1. Durchbruch nach langen Verhandlungen: Nun hat die EU ihr eigenes Gesetz zur KĂĽnstlichen Intelligenz

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EU-Kommissar Thierry Breton: Nach langem Weg durchs Ziel © IMAGO / ABACAPRESS

Das Jahresende naht und wer einen Deal noch 2023 nach Hause bringen will, hat keine Zeit für besinnliche Adventstage. In einem 38-stündigen Verhandlungsmarathon haben sich Rat, Kommission und Parlament der Europäischen Union auf ein Gesetz zur Regulierung der Künstlichen Intelligenz geeinigt. Erleichtert schrieb EU-Kommissar Thierry Breton bei X (vormals Twitter): „Historisch! Die EU wird der allererste Kontinent, der klare Regeln für die Nutzung von KI setzt“. Ganz richtig ist das inhaltlich nicht, denn die USA führen zeitlich mit einem umfänglichen Dekret (Executive Order) des Präsidenten Joe Biden, das Ende Oktober in Kraft trat. Richtig ist: Die Europäer verfügen nun über das erste Gesetz. An dem arbeitet der US-Kongress noch – dessen Gesetz soll später das Dekret ablösen. Aber trotzdem ist es ein Erfolg, den Brüssel für sich verbuchen kann. Angekündigt war, bis zum Jahresende einen Kompromiss zu finden und der ist nun gefunden worden. Zeitplan gehalten, Weihnachtsurlaub gesichert. Und Beifall verdient für das Verwirklichen eines anspruchsvollen Vorhabens.

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2. Wer kann ChatGPT Paroli bieten? Google versucht es mit Gemini und bietet verschiedene Versionen fĂĽr Business-Kunden an

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Versuch eines Befreiungsschlags gegen Microsoft: Googles Produkt Gemini © IMAGO / ZUMA Wire

„Es wird der tiefgreifendste Wandel in unserem Leben sein, weitaus größer als die Umstellung auf das Mobiltelefon oder auf das Internet davor”, schrieb Google-Chef Sundar Pichai bei der Vorstellung seines KI-Angebots Gemini. Das Large Language Model soll in der Lage sein, die menschliche Sprache weitaus besser zu verstehen als seine Wettbewerber, und sich damit über die Fähigkeiten normaler Chatbots erheben. Das Produkt erscheint in drei Varianten: klein, mittel und groß (Nano, Pro und Ultra), zugeschnitten auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Zielgruppen. Eingebaut in das Google-Smartphone Pixel könne Gemini einen Sprachrekorder ersetzen und gesprochenes Wort gleich in geschriebenen Text verwandeln. Gelingt das wirklich einwandfrei? Jetzt stürzen sich Abertausende von Testern auf Gemini und probieren es aus. Das Verdikt wird nicht lange auf sich warten lassen.

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Das Tiefsee-Dilemma: Rohstoffe fĂĽr die Energiewende vs. Erhalt der Ă–kosysteme

Die Internationale Energiebehörde hat berechnet: Wenn wir die Pariser Klimaziele erreichen wollen, wird sich der Bedarf an kritischen Rohstoffen bis 2040 mindestens vervierfachen. Kobalt, Kupfer und Nickel zählen zu den strategischen Stoffen für die Energiewende. Könnten diese Metalle auch in der Tiefsee abgebaut werden?

Forschungsteams vermuten 226 Millionen Tonnen Kupfer, 44 Millionen Tonnen Kobalt und fast sechs Milliarden Tonnen Mangan auf dem Meeresgrund im Pazifik. Deutschland ist derzeit von Rohstoff-Lieferungen aus dem Ausland abhängig. Aus geopolitischer Sicht gibt es einen klaren Anreiz für Deutschland, diese Rohstoffe für die Industrie in einem eigenen Lizenzgebiet im Pazifik abzubauen. Doch die Autonomie für Deutschland käme zu einem hohen Preis: Das Ökosystem am Meeresboden könnte für Jahrhunderte gestört werden.

Vergangene Woche haben wir Sie im Tech Briefing gefragt:

Sollte Deutschland sich aktiv dafĂĽr einsetzen, Rohstoffe fĂĽr die Elektrifizierung und Dekarbonisierung durch Tiefseebergbau zu gewinnen?

Knapp 500 Leserinnen und Leser haben abgestimmt. Hier sind die Ergebnisse:

Ja: 54,7 Prozent

Nein: 45,3 Prozent

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Tiefseebergbau: Rohstoffe fĂĽr die Energiewende
Kobalt, Nickel und Kupfer aus dem Meer versprechen Rohstoff-Unabhängigkeit – doch zu welchem Preis?
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Tech Briefing Kapiteltrenner 2023 News Monitor

Tesla startet Mega-Rückruf in den USA: Aufgrund von Problemen mit dem Autopiloten muss Tesla zwei Millionen Fahrzeuge zurückrufen. Betroffen sind nahezu alle Elektroautos des Herstellers in den USA, die ab 2012 produziert wurden. Das Fahrassistenzsystem benötige ein dringendes Update, da sonst die Unfallgefahr steigt. Es ist schon der zweite Rückruf in diesem Jahr.

Rückschlag für Google: Nach einer Klage des Spieleentwicklers Epic und einem langjährigen Rechtsstreit gab ein US-Bundesgericht dem Kläger recht. Google verhalte sich wettbewerbswidrig und betreibe ein Monopol. Der Grund: Bei App-Verkäufen im Play Store behält Google bis zu 30 Prozent der Gebühren ein. Branchenkenner hoffen nun auf eine grundlegende Veränderung des App-Marktes.

Threads startet in EU: Ab heute, Donnerstag 14. Dezember, um 12 Uhr wird der Twitter-Klon von Meta namens Threads auch in der Europäischen Union verfügbar sein. Meta hatte beim Start von Threads im Juli die Europäische Union ausgelassen. Grund dafür waren rechtliche Unklarheiten mit Blick auf die neuen Digitalgesetze: der Digital Services Act (DSA) und der Digital Markets Act (DMA) der EU.

Elon Musk holt Verschwörungstheoretiker zurück zu X: Elon Musk hat am Sonntag den X-Account von Alex Jones, einem Verschwörungstheoretiker, der seit 2018 von Twitter verbannt war, wieder freigeschaltet. Jones hat unter anderem behauptet, der Sandy-Hook-Amoklauf im Jahr 2012 sei Fake News. Dieser Schritt könnte Werbekunden weiter verunsichern. Nach einem Bericht der New York Times könnten wegen fehlender Werbeeinnahmen bis zu 75 Millionen Dollar Umsatz bis zum Ende des Jahres gefährdet sein.

Tech Briefing Kapiteltrenner 2023 - Kurzschluss

Klaut Grok bei ChatGPT? Elon Musks Chatbot Grok verweist in seinen Antworten auf OpenAI

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Hat sich Elon Musk mehr als nur inspirieren lassen? © picture alliance/dpa/AP Pool | Kirsty Wigglesworth

Elon Musks neuer KI-Bot „Grok” erregte vergangene Woche Aufsehen auf der Plattform X. Nicht etwa, weil die KI von xAI besonders intelligente oder gar polarisierende Antworten ausspuckte, nein. Kurioserweise zitierte der Elonsche Chatbot immer wieder die Nutzungsrichtlinien des Konkurrenten OpenAI, dem Unternehmen hinter ChatGPT.

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xAI-Coder Igor Babushkin hat eine Antwort parat © Screenshot privat von X

Musks Handlanger haben allerdings auf alles eine Antwort. Das Problem sei, dass das Internet voller ChatGPT-Ausgaben sei, sodass Grok beim Training versehentlich einige von ihnen aufgegriffen habe. Der xAI-Coder Igor Babuschkin versicherte auf X:

  Es handelt sich um ein sehr seltenes Problem und wir werden dafĂĽr sorgen, dass zukĂĽnftige Versionen von Grok dieses Problem nicht mehr haben. “

Und fĂĽgte mit Nachdruck hinzu:

  Keine Sorge, bei der Entwicklung von Grok wurde kein OpenAI-Code verwendet. “

Einige X-Nutzer widersprachen dieser Aussage. Es sei kein seltenes Problem und käme relativ häufig vor, vor allem wenn es um die Erstellung von Codes geht.

Babuschkins Erklärung erscheint einigen Experten auch unwahrscheinlich, da große Sprachmodelle ihre Trainingsdaten in der Regel nicht wortwörtlich ausspucken. Das Verweigern einer Ausgabe auf der Grundlage von OpenAI-Richtlinien musste wahrscheinlich speziell trainiert werden. Daraus leiten einige Experten, darunter der KI-Forscher Simon Willison in einem Interview mit Ars Technica, ab, dass Grok anhand von Ausgabedaten von OpenAI-Sprachmodellen feinabgestimmt wurde. Fazit: Um den obigen X-Nutzer zu zitieren – huge if true.

Damit verabschieden wir uns von Ihnen.

Herzliche GrĂĽĂźe

Unterschrift Christoph Keese
Christoph Keese
Tech Briefing Host
Unterschrift Lena Waltle
Lena Waltle
Redaktionsleitung Tech Briefing

Redaktion

Clara Meyer-Horn

Grafiken

Julian Sander (Titelbild), Mirja Loth (Infografik)

Podcast

Till Schmidt (Podcastproduzent)

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