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09.06.2022
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Guten Morgen Peter Micheuz,

die Weltwirtschaft fährt Achterbahn. Nach einem katastrophalen Jahr 2020, in dem die Pandemie weltweit wütete und den Handel zum Erliegen brachte, erholte sie sich im darauffolgenden Jahr. Was für ein Comeback: 6,1 Prozent. Das gibt es sonst nur nach Kriegen.

Auch für das Jahr 2022 war der Ausblick im vergangenen Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vom Dezember noch mit rosaroten Zahlen und Buchstaben verfasst: Die Weltwirtschaft werde 2022 mit 4,5 Prozent wachsen und die Inflation abflauen – so die Prognose der Experten.

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Es kam anders. Auf eine scheinbar bewältigte Krise folgten gleich eine Handvoll neuer: Der Ukraine-Krieg, die Inflation, ein Feuerwerk der Verunsicherung auf den Energie- und Rohstoffmärkten, Lieferengpässe und Materialmängel setzen der Weltwirtschaft zu.

Die OECD kommt zu der bitteren Erkenntnis, dass 2022 kein gutes Jahr für die Weltwirtschaft mehr werden könne – und senkt ihre Prognose auf drei Prozent ab. Das sind die Gründe:

1. Der russische Angriffskrieg zwingt die europäischen Staaten, aber auch die USA, zu erhöhten Ausgaben für Waffenlieferungen, Flüchtlingshilfe und Verteidigungspolitik – finanzielle Mittel, die für Innovation und Forschung nicht mehr zur Verfügung stehen. Das Geld wird oftmals im wahrsten Sinne des Wortes verpulvert. OECD-Chefvolkswirtin Laurence Boone kommentiert:

  Russlands Angriff auf die Ukraine kommt die Welt bereits jetzt teuer zu stehen. “
Heute in der Business Class Edition

2. Weizen aus der Ukraine und Russland wird weltweit für das Backen von Brot und die Ernährung von Nutztieren benötigt. Doch das Angebot schrumpft, der Preis steigt. Für viele Schwellenländer wird sich erst die Ernährungssituation und dann die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtern. Das dämpft die Weltwirtschaft.

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Mathias Cormann © imago

3. Infolge des Krieges dürfte zudem die Inflation höher ausfallen und länger andauern als bislang angenommen, sagte OECD-Generalsekretär Mathias Cormann. Laut der Studie dürfte sie in den OECD-Ländern in diesem Jahr auf 8,5 Prozent klettern. Gepaart mit der geschwächten Konjunkturentwicklung warnt das Experten-Gremium vor einer Stagflation, woraus in der Fantasie vieler Marktteilnehmer eine Rezession wird – also die effektive Schrumpfung der Wirtschaft. Solche Erwartungen könnten zu sich selbst erfüllenden Prophezeiungen werden.

4. Durch die Null-Covid Strategie der chinesischen KP kommt es weiterhin zu starken Lieferschwierigkeiten in China. Wenn wichtige Güter ausbleiben oder verspätet geliefert werden, steigt der Preis für die wenigen noch direkt erwerbbaren Handelsgüter. Viele versuchen, an der Inflation zu verdienen, wodurch sie die Geldentwertung beschleunigen. Die Profit-Preis-Spirale ist keine Erfindung des IG Metall-Chefs.

5. Derweil die Notenbanken drauf und dran sind, die Zinsen zu erhöhen, müssen die westlichen Demokratien schon wieder Ausgleichszahlungen anweisen. Der Sozialstaat wächst und er wächst weiter auf Pump. Nur, dass diesmal in den USA und bald auch bei uns echte Zinsen bezahlt werden müssen. Die Verschuldung nutzt dem Produktivitätswachstum der Volkswirtschaften also nicht. Dem Schluck aus der Pulle folgt der Kater.

Fazit: Es wäre schön, wenn die OECD sich beim nächsten Mal nach oben korrigieren müsste. Das ist nicht wahrscheinlich, aber möglich. Die Weltwirtschaft fährt Achterbahn - aber nicht in die Grube.

Heute Exklusiv in der Business Class Edition
Dieselskandal
Aus Sicht der Aktionäre hat sich VW zu früh mit Winterkorn und Co. geeinigt. Der Fall landet nun vor Gericht.
 
Briefing lesen
Schwäbische Autoindustrie
Kretschmann und Källenius bündeln ihre Kräfte: Mercedes-Benz darf nicht in die Hände chinesischer Investoren geraten.
 
Briefing lesen
Kulturkampf bei TikTok
Wie britische Angestellte sich gegen die rigiden Arbeitsanforderungen aus China gewehrt haben.
 
Briefing lesen

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Hans-Werner Sinn © imago

Der ehemalige Präsident des Ifo-Instituts und zuverlässige Bestseller-Autor Prof. Hans-Werner Sinn hält nichts von der „Konzertierten Aktion“, zu der Kanzler Scholz die Tarifparteien und einen Vertreter der Bundesbank laden will. Im heutigen Pioneer-Podcast sagt er:

  Die Arbeitgeber sollen die Preise nicht erhöhen und die Gewerkschaften die Löhne nicht erhöhen. Angesagt von der Bundesregierung. Das sind Dinge, die im Grunde überhaupt nicht gehen, weil das die Tarifautonomie verletzt. “

Außerdem sei Deutschland im Eurosystem nun mal nicht alleine. Eine solche Aktion würde die Arbeitslosigkeit in anderen, stark inflationären Euro-Ländern erhöhen und mehr Transfers über EU-Mechanismen verlangen:

  lm gemeinsamen Euro-Verbund werden wir, ob wir es nun wollen oder nicht, mitgezogen mit der Inflation der anderen. Wenn wir bremsen wollen über eine Konzertierte Aktion, dann kommt sofort die Rechnung hinterher, die dann heißt: Bezahlt uns bitte die Arbeitslosen, die dadurch andernorts entstehen. “

Prof. Hans-Werner Sinn

Welche Aufgaben seiner Meinung nach eindeutig bei der Zentralbank liegen und worin sie bestehen, lesen Sie heute in der Business Class.

Hauptstadt - Der Podcast Header

Heute im Politikteil von The Pioneer:

  • Nancy Faeser wollte Hessen gewinnen, Christine Lambrecht Innenministerin werden. Die Geschichte zweier Rivalinnen.

  • Die Krankenkassen wollen Milliarden vom Bund. Andernfalls drohen 2023 Mehrbelastungen für Beitragszahler. Wir sagen, in welchem Umfang.

  • Ein ehemaliger Redaktionsleiter ist nun Redenschreiber im Kanzleramt. Wir sagen, wer.

  • Die hohe Inflation trifft vor allem die einkommensschwachen Gruppen und sie wird durch staatliche Eingriffe, etwa in den Wohnungsmarkt oder die Landwirtschaft, angetrieben. Das ist das Ergebnis einer bisher unveröffentlichten Studie des Instituts Prometheus, die meinem Kollegen Michael Bröcker vorliegt. Die Details lesen Sie im Hauptstadt-Newsletter hier.

 

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© Media Pioneer

Vergangene Woche fand das erste Tech Briefing Live an Bord der Pioneer One statt. Heike Freund von Marvel Fusion und Stefan Brieschenk von der Rocket Factory Augsburg erklärten ihre bahnbrechenden Technologien und präsentierten die Raumfahrt und Energiewirtschaft der Zukunft.

Mehr dazu lesen Sie im Tech Briefing Newsletter. Hier kostenlos abonnieren und direkt in Ihrem Posteingang lesen.

Kernfusion und Raketentechnik beim Tech Briefing Live mit Heike Freund und Stefan Brieschenk

Wie balanciert eine Physikerin auf dem manchmal sehr schmalen Grat zwischen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und dem Glauben an Gott? Das wollte meine Kollegin Alev Doğan wissen und hat die promovierte Astrophysikerin Sibylle Anderl in unseren Gesellschaftspodcast „Der 8. Tag“ eingeladen.

Hören Sie bitte dieses Gespräch über die Entstehung der Sterne und was sie über unsere eigene kosmische Geschichte verraten, über den Urknall und die katholische Kirche, die Existenz außerirdischen Lebens und den Glauben an Gott:

  Die Geschichte unseres Universums erzählen zu können, ist eine unglaubliche Tatsache, über die man eigentlich nur erstaunt sein kann. Der Schritt weiter zu einer Form von Religiosität ist dann nicht mehr weit. “

Astrophysikerin Sibylle Anderl über den Urknall, den Glauben an Gott und die Zukunft der Raumfahrt

Ich wünsche Ihnen einen gut gelaunten Start in den neuen Tag. Es grüßt Sie auf das Herzlichste,

Ihr

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Gabor Steingart
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💜💜💜 Ich bedanke mich ganz herzlich bei Andreas Stock, Christian Meiler, Jennifer Meiler, Rüdiger Blankenagel, Günter Frank, Claudia Werner, Johannes Zielinski, Jan von Wille, Christina Nehmert, Ronny Dürschke, A. Dominik Brückel, ARMIN ECKERMANN, Tobias Zimmermann, Anette Rein, Frank Schulze, Jens Borchers, Nicola Ferdini, Otto Gschwend, Axel Fischer, Helga Maria SAURMA, Ludmila Henseler, Oliver Mohr, Constance Settelmayer, Vera Kölbel, Erik H. J. Pino Freiherr von Friedenthal, Thomas Belina, Holger Liekefett, Frank Birkle, Marc Zimmermann, Otto von Estorff, Marek Gerula, Hermann Bühler, Heiko Banaszak, Angela Hoyer, Rosina Kaiser, Marius Müller, Peter Becker, Christoph Gotthardt, Klaus Sattler, Theron Mendel, Monika Maria Schillinger, Hans- Jürgen Fengels WCL Reedereiagentur GmbH - Geschäftsführer -, Stephanie Giezek, Alfred Narwark, , Winfried Wolf, Prof. Dr. Peter Manshausen, Ralf Allig, Götz Kaltenborn-v. Behr, Gabriele Meixner für das fleißige Weiterempfehlen. 🥇🥇🥇
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